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Bilder - Virtuosen zwischen Sein und Nicht-Sein (Audio)

Ton Vortrag, 42 min, RealAudio (*.ram)
Bilder stellen in einer irreduziblen Anschauung etwas dar, was sie selbst nicht sind. Die notwendige Sehbarkeit verbietet es, Bilder zeichentheoretisch zu begreifen, da Zeichen problemlos in andere Medien übersetzbar und für uns entsprechend wahrnehmbar sind; man kann Bilder jedoch nicht vorlesen oder in einer Blindenschrift ertasten. Das Dargestellte des Bildes lässt sich nur im Modus des Nicht-Daseins begreifen, sonst hätte man kein Bild vor sich, sondern die Sache selbst wie z. B. den bunt bemalten schweren Stein oder das Rathaus, in das man hineingehen kann. Die Betrachter eines Bildes müssen entsprechend kompetent sein, die ihm inhärente Negation zu vollziehen. So sind Bilder Grenzgänger zwischen Sein und Nichtsein; sie ermöglichen die immer neuen Provokationen der Kunst und die subtile Ausbeutung ihres sichtbaren Nichtseins durch den Markt.

Prof. Dr. Reinhard Brandt (Universität Marburg)

Zur Veranstaltung:
Bilder – Virtuosen zwischen Sein und Nichtsein



 
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